Speicherkammer aus GFK

  1. Weshalb haben wir uns für GFK als Material entschieden?
  2. Welche entscheidenden Vorteile hat GFK gegenüber dem Werkstoff Beton?
  3. Was kann GFK?

GFK ist seit Jahrzehnten im Bereich der Siedlungswasserwirtschaft im Einsatz und erfüllt nachweislich die höchsten Ansprüche an Haltbarkeit, Sicherheit, Genauigkeit und Wirtschaftlichkeit. Diese besonderen Eigenschaften haben uns überzeugt.

Herstellung und Stabilität

Der hochfeste Verbundwerkstoff besteht aus Reaktionsharz, nicht quellfähigem Quarzsand und eingearbeiteten Fasern aus Glas. Ein hoher Vernetzungsgrad des Kunststoffes und die Anbindung an Faser- und Füllstoff-Komponenten sind gewährleistet. Alle Komponenten sind resistent gegen biogene Schwefelsäure.

Die Produktion von GFK-Rohren ermöglicht eine qualitativ hohe Fertigungspräzision, Abweichungen bewegen sich im Millimeterbereich.

Eine gleichbleibend hohe Qualität wird durch eine Endlosfertigung im Wickelverfahren erreicht. Schächte und Dome, T-Stücke und Verbindungen sowie Sonderkonstruktionen fertigt der Hersteller ohne Materialwechsel und Verschraubungen.

Übergänge, Abzweigungen und Seitenzuläufe werden problemlos und passgenau durch Laminate hergestellt. Die Verbindung zwischen den einzelnen Segmenten wird durch die in jahrzehntelanger Praxis bewährte Kupplung realisiert.

Die witterungsunabhängige Herstellung der GFK-Rohre im Werk unter immer gleichen, normierten und streng überwachten Produktionsbedingungen garantiert höchste Präzision bei der Herstellung und ermöglicht eine qualitativ hohe Fertigungspräzision im Millimeterbereich.

Die Prüfung der chemischen Beständigkeit gegen korrosiven Angriff in standardisierten Langzeittests belegt die hohe Lebensdauer von GFK-Rohren für den Einsatz im Abwasserkanal.

Osmose

Osmose oder osmotischer Druck entsteht, wenn die Verarbeitungstemperaturen nicht ausreichend waren oder chemische Bestandteile im Laminat nicht mit dem Harz reagiert haben. Einschlüsse von hochkonzentrierten Harzbestandteilen und umgebendes „geringer“ konzentriertes Wasser diffundieren durch Konzentrationsausgleich in den Werkstoff ein. Durch diesen einfachen physikalischen Prozess entsteht ein osmotischer Druck, der je nach Umgebungsbedingungen zur Blasenbildung führen kann.

Um dies zu vermeiden, wird bei der Herstellung auf eine hohe Verarbeitungs- und Härtetemperatur von 110 Grad Celsius geachtet.

Bei Reaktionsharzsystemen können Fehler im Mischungsverhältnis der Harzkomponenten, geringe Verarbeitungs- oder Härtetemperaturen, Schlichten der Glasfaser oder Binder eine Ursache für Osmose sein.

Die gefürchtete Osmose kommt bei den von uns verwendeten GFK-Rohren nicht vor. Die garantierte Einhaltung der Mischverhältnisse und der Verarbeitungstemperaturen sowie eine einwandfreie, ständig kontrollierte Zusammensetzung des Harzes ist ein wesentlicher Aspekt, den der Hersteller peinlichst genau einhält.

Korrosion und Haltbarkeit

Gegenüber Bauwerken aus Beton sind GFK-Rohre nach DIN EN14364 dauerhaft beständig. Vor 40 Jahren verbaute GFK­Röhren sind auch heute noch völlig korrosionsfrei.

Gleiche Ergebnisse haben normierte Langzeitprüfverfahren nach EN1120 und ISO 10952 (unveränderte Grundlage ist die ASTM D3681 von 1978) ergeben. Es wurden GFK-Rohrproben über einen Zeitraum von 10.000 h (1 Jahr und 6 Wochen) einer 5%igen Schwefelsäure dauerhaft bei gleichzeitiger Zugdehnung ausgesetzt. Die Ergebnisse lassen sich auf einen Zeitraum von bis zu 150 Jahren umrechnen und sprechen damit für sich: Der erforderliche Mindestsicherheitsfaktor (1,5) wird mit 2,3 bzw. 3,9 von eingesetzten GFK-Rohren weit übertroffen.

Gewicht und Wandstärke

Das Handling auf der Baustelle ist durch das geringe Gewicht wesentlich einfacher als bei Betonrohren.

Bei einem Durchmesser von DN 3000 liegt die Wandstärke bei maximal 60 Millimeter. Die Einbauzeit ist nach Lieferung der LURITEC®-Bauelemente im Vergleich zum Bau von Betonbecken erheblich kürzer.

Eigenschaften

Die sehr geringe Wandrauigkeit (k < 0,03 mm) sorgt für ein hervorragendes Selbstreinigungsverhalten. Die harzreiche, glatte und geschlossene Oberfläche ist dafür Garant. Entstehen durch äußere Einwirkung Schäden, können diese durch Laminierung problemlos behoben werden. Wird das Material oberirdisch eingesetzt und ist damit Sonnenbestrahlung ausgesetzt, ist gewährleistet, dass sich die strukturelle Integrität und die UV-Beständigkeit der Rohre nicht verändert.

Verformung

Laut Norm ist die Verformung von GFK-Rohren beim Einbau auf 6 % zu begrenzen. Dementsprechend sind die Rohre in der Herstellung ausgelegt. Durch den Einsatz der Fasern wird nicht nur eine hohe Steifigkeit erreicht und somit die Eigenverformung verringert, sondern auch die Riss- und Bruchbildung verhindert. Der verwendete Quarzsand trägt zum Wandungsaufbau und damit auch zur Erhöhung der Steifigkeit bei. In Tests werden Verformungen von bis zu 40 % erreicht, bevor es zum Bruch kommt. Ebenso bleiben die mit hoher Präzision hergestellten Kupplungen mit elastomerischer Dichtung bei diesen Tests schadlos. Für GFK-Rohre ist bei Einhaltung geforderter Grenzwerte Verformung oder Bruch auch im Langzeitverhalten unproblematisch; dies gilt für alle frei wählbaren Druckklassen von PN 1 bis PN 32.