Installation im Gewässer

Eine zentrale Innovation ist die Montage der LURITEC®-Anlagen im Fluss, im See oder im Meer. Perfekt zum Beispiel als Element einer integrativen Stadt- und Uferplanung oder bei fehlendem innerstädtischen Platz im Untergrund.

Über eine Tiefgründung mit Stahlrohrrammpfählen ist das Baukastensystem fest mit dem Baugrund verankert und schwimmt nicht. Auch im Leerzustand ist das LURITEC®­Baukastensystem damit unter Wasser. Die zur Gründung eingebrachten Stahlrohrrammpfähle sind auf Druck und Zug belastbar. Verbunden durch Doppel-T-Träger bilden sie die Konstruktion zur Aufnahme der Speicherkammerkörper.

Die Anlage wird direkt an das Auslaufbauwerk angeschlossen. Damit entfällt die oftmals aufwändige und kostenintensive Verlegung von langen Rohrsystemen, die zum Anschluss von Regenbecken notwendig sind. Angepasst an die Anforderungen des Standortes werden der Anschluss an die Kanalisation und der Klärüberlauf individuell ausgeführt. Die Befüllung erfolgt im freien Gefälle oder über ein Pumpwerk.

Im Winter ist dafür gesorgt, dass die Anlagen innen und außen eisfrei gehalten werden. LURITEC®-Anlagen sind zusätzlich gegen den Anprall von Schiffen ausgelegt, widerstehen Hochwasser, starken Strömungen und Überflutungen ohne Probleme. Nach intensivem Regen kann das Abwasser in die Kanalisation gepumpt oder auf den Anlagen vor Ort gereinigt werden, um dann direkt in das umgebende Gewässer eingeleitet zu werden.

Durch eine Installation vom Wasser aus ist so gut wie kein Eingriff in den kommunalen Verkehr oder das öffentliche Straßenland nötig. Einschneidende Maßnahmen in unterirdische Infrastrukturen und die oftmals notwendigen Fällungen von Bäumen entfallen.

Abb: LURITEC®-Anlage im Gewässer
Abb: Installation im Gewässer, dreireihig (vereinfachte Darstellung)

»Installation im Gewässer als Element einer integrativen Stadt- und Uferplanung oder bei fehlendem innerstädtischen Platz im Untergrund.«

  1. Anschluss direkt am Auslaufbauwerk
  2. Lange und kostenintensive Rohrleitungen als Verbindung zum Kanalnetz entfallen
  3. Größere Flexibilität bei der Standortsuche
  4. Keine Einschränkungen des Straßenverkehrs
  5. Keine Veränderung der Oberflächen (Fällung von Bäumen etc.) notwendig

Im Gewässer mit Oberflächennutzung

Menschen lieben es, am Wasser zu sein. Immer mehr Bürger entdecken diese Gebiete als Ort des Vergnügens, Flanierens, Wohnens und Arbeitens. Auch die Kommunen haben das erkannt: Die Planung interessanter Standorte am heimischen Gewässer ist in den Fokus der Stadtentwicklung gerückt.

In vielen Städten wurden Konzepte zur Entwicklung der Wasserlagen erfolgreich umgesetzt. Beispiele wie London, München, Berlin, Kopenhagen und Zürich beweisen heute, dass die attraktivsten Stadtteile urbanen Lebens oftmals am Ufer liegen. Mit LURITEC® wird den Kommunen ein Werkzeug zur Verfügung gestellt, mit dem sie zwei Aufgaben auf einmal lösen können: die Verbesserung der Wasserqualität und die Weiterentwicklung kommu­ nalen Lebens.

So kann auf die im Wasser liegende LURITEC®-Anlage eine Plattform installiert werden, die zahlreiche Nutzungsvarianten ermöglicht. Je nach Größe und Lage sind neben langen Steganlagen und Bootsanlegern Nutzungen mit Bars und Restaurants denkbar. Auch Gärten, Biotope sowie Baum- und Gehölzpflanzungen sind gestalterisch und statisch möglich.

Von Decks für sonnenhungrige Städter bis zur Bebauung mit Pavillons und mehrstöckigen Häusern ist alles machbar.

LURITEC® bietet zusätzlich ein neues Finanzierungsmodell: Diese neugewonnenen Zusatzflächen in bester Lage können von den Gemeinden hervorragend verpachtet, vermietet oder verkauft werden und tragen dadurch zur Teilfinanzierung der Anlage bei.

»Mit LURITEC® wird den Kommunen ein Werkzeug zur Verfügung gestellt, mit dem sie zwei Aufgaben auf einmal lösen können: die Verbesserung der Wasserqualität und die Weiterentwicklung kommunalen Lebens.«

Abb: Installation im Gewässer mit Gartenanlage (vereinfachte Darstellung)
Abb: Installation im Gewässer mit Sonnendeck (vereinfachte Darstellung)
  1. Erweiterung der städtebaulichen Möglichkeiten
  2. Vielfältige Nutzungsmöglichkeiten, von der Grünanlage bis zum Schiffsanleger
  3. Vermarktung der Oberflächen und damit Generierung von Einnahmen möglich

Im Gewässer mit Abwasserbehandlung

Neben der Speicherung von Überläufen aus Regen- oder Mischwasserkanalisation ist die LURITEC®-Technologie in der Lage, das gesammelte Abwasser zu reinigen. Dabei verwenden wir verschiedene modulare Reinigungskomponenten, die je nach Anforderungen an die Ablaufqualität dimensioniert und ggf. kombiniert werden können.

LURITEC® kann somit fast an jedes in einem Gewässer endende Abwasserrohr angekoppelt werden und erfüllt damit die Funktionen dezentraler Kläranlagen.

Als erste Reinigungsstufe kommen mechanische Sedimentations- und Abscheideverfahren zum Einsatz, wie beispielsweise Absetztanks, Öl- und Fettabscheider, Rechen und Feinsiebe (ggf. automatisiert).

In einem zweiten Schritt wird das Abwasser biologisch aufbereitet, wobei organische Inhaltsstoffe durch Bakterien abgebaut werden. Auch die Entfernung von Stickstoff und Phosphor ist durch geeignete Verfahren möglich.

Bei der Auswahl der biologischen Reinigungsstufe setzen wir eine Vielzahl erprobter Technologien ein, wie beispielsweise:

  1. Aerobe und anaerobe Festbettverfahren
  2. ABR­ und SBR­Technologien
  3. Bewachsene Bodenfilter (»Pflanzenkläranlagen«)
  4. Belebtschlammverfahren
Abb: Installation im Gewässer mit bewachsenem Retentionsbodenfilter (vereinfachte Darstellung)

Die für das jeweilige Projekt am besten geeignete Technologie wird von LURI.watersystems im Rahmen einer Machbarkeitsstudie ausgewählt und richtet sich immer nach den lokalen Besonderheiten, wie zum Beispiel Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der Stromversorgung, Platzbedarf, wasserrechtliche Anforderungen, Ergebnisse einer Umweltverträglichkeitsprüfung, Ausbildungsstand des Betriebspersonals sowie den Investitions- und Betriebskosten.

Das LURITEC®-Baukastensystem erlaubt es auch, die biologische Abwasserbehandlung direkt in den Gewässerkörper zu verlegen (zum Beispiel Tiefenwasserbelüftung), womit auch eine Reinigung des Wasserkörpers und ein Abbau des Sedimentschlammes erfolgen. Bewachsene Bodenkörper können integriert oder im Gewässer verteilt werden. Die LURITEC®-Insel nimmt dann lediglich die Komponenten der Vorreinigung und die erforderliche Steuerungstechnik auf.

Alle Reinigungsstufen werden entsprechend der Abwasserbelastung und der hydraulischen Randbedingungen dimensioniert. Dabei richten wir uns sowohl nach internationalen Bemessungsrichtlinien

als auch nach lokalen Erfahrungen, die durch die Einbindung erfahrener, lokaler Planungspartner berücksichtigt werden.

Wo immer klimatisch und technisch möglich bevorzugen wir anaerobe Reinigungsprozesse, die eine deutlich geringere Schlammproduktion aufweisen, und somit Folgekosten und -probleme vermeiden.

Wir gehen bei der Auswahl der Technologien grundsätzlich vom späteren Betrieb aus: Die Anlagen müssen so simpel wie möglich und so komplex wie nötig sein. Schulungen und Ausbildung von Betriebspersonal ist immer Bestandteil des LURITEC®-Gesamtkonzeptes.

Eine robuste und problemlose Stromversorgung für die Anlagenkomponenten ist ein wesentliches Element unseres Ansatzes. Dazu können zum Beispiel Solarzellen auf der Insel installiert werden. Weiterhin ist es möglich, die Anlagen mit einer Abluftbehandlung auszustatten, die eine Geruchsbelästigung ausschließt. Die Kombination der Anlagen zur Abwasserbehandlung mit einer kommerziellen Nutzung ist somit kein Problem.

»Wir gehen bei der Auswahl der Technologien grundsätzlich vom späteren Betrieb aus: Die Anlagen müssen so simpel wie möglich und so komplex wie nötig sein.«

  1. Option zur dezentralen Abwasserbehandlung
  2. Abwasserbehandlung auch in Kombination mit kommerzieller Oberflächennutzung möglich
  3. Abluftbehandlung schließt Geruchsbelästigung aus
  4. Auch kontinuierliche Reinigung des umgebenden Wasserkörpers möglich